Begehbares Kunstwerk

Geschrieben am Dienstag, 21 Juni 2016.

Herwig Ertl lädt zu den Genussfestspielen

Begehbarer See

Wer die italienische Monte Isola erreichen will, braucht dank des „Verpackungskünstlers“ Christo kein Boot mehr:

Leuchtend orange Stege schwimmen auf dem Iseo-See und lassen Besucher neue Wege gehen - nicht nur sprichwörtlich. Wer es ausprobieren will, muss sich allerdings beeilen.

Über einen drei Kilometer langen Weg kann man zwei Inseln erreichen, die größere Monte Isola und die kleine Isola di San Paolo. Wer seinen Fuß auf die 16 Meter breiten Stege setzt, betritt eine neue Welt aus leuchtendem Orange. Sanft liegen sie auf den Wellen. 

Das Laufen über die schwimmenden Stege ist ein Erlebnis. 220.000 zusammengeschraubte Plastikwürfel wurden zusammengeschraubt und im See verankert und ermöglichen so, dass der Besucher übers Wasser laufen kann. Die leuchtenden Stoffbahnen, die sie bedecken, insgesamt 100.000 Quadratmeter.

Die Idee dazu hatten Christo und seine inzwischen verstorbene Partnerin Jeanne-Claude schon vor 40 Jahren. Mehrere Anläufe dazu gab es, in Argentinien und in Japan. Jetzt haben in Norditalien rund 600 Menschen dafür gearbeitet, dass das Werk gelingt. 

Bevor der Verpackungskünstler 1995 das Reichstagsgebäude in Berlin verhüllen konnte, vergingen zwei Jahrzehnte langer Planungen. Hier am Iseo-See haben sie das Projekt in nicht einmal zwei Jahren gestemmt.

Der Besucherstrom für die Region ist gewiss, täglich werden bis zu 50.000 Besucher erwartet. Das begehbare Kunstwerk ist bis 3.Juli zu bewundern.

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