Steuer in Venedig

Geschrieben am Montag, 07 November 2016.

Steuer in Venedig

Venedig: Kurzurlauber werden zur Kassa gebeten

Venedig will den Tagestourismus eindämmen und Besucher fördern, die einen mehrtägigen Aufenthalt in der Lagunenstadt planen.

"Ich denke an einen Beitrag, den Touristen zahlen müssen, der sinkt, je länger man in der Stadt bleibt", sagte der Bürgermeister von Venedig, Luigi Brugnaro. Wer nur 24 Stunden bleibt, soll demnach mehr zahlen als jemand mit längerem Aufenthalt.

Der Bürgermeister sprach sich im Interview mit der Tageszeitung "La Stampa" zugleich gegen Pläne zur Einführung eines "Numerus Clausus" für Touristen aus. "Die Stadt steht jedem offen. Doch der Tagestourismus bringt keine Vorteile. Dadurch entstehen Kosten für die Stadt. Der Tagestourismus muss geregelt werden. Die Gemeindesteuer genügt nicht zur Finanzierung der Dienstleistungen, die Touristen hier nutzen", betonte Brugnaro.

Brugnaro bestritt, dass Venedig eine Stadt für reiche Touristen werden könnte. "Venedig soll eine Stadt werden, für diejenigen, die sie wirklich lieben und sich nicht mit wenigen Stunden zwischen der Rialto-Brücke und der Markusbasilika begnügen", betonte der Mitte-Rechts-Bürgermeister.

Brugnaro warnte vor einer "Verteufelung" der großen Kreuzfahrtschiffe. Diese würden der Stadt 5.000 Jobs bescheren. "Touristen dürfen nicht verteufelt werden. Ohne Touristen stirbt Venedig", sagte der Bürgermeister.

Venedig hatte wegen eines unerwartet hohen Gäste-Ansturms zu Allerheiligen ein Chaos erlebt. Eine riesige Besucherzahl drängte sich durch die engen Gassen der Lagunenstadt. Täglich tummeln sich dort bis zu 100.000 Besucher, während der Faschingszeit sind es sogar 130.000. Deswegen drängt der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, schon seit Jahren auf die Einführung eines "Numerus clausus" für Touristen.

 

 

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