Endlich richtig abschalten, Geist und Seele baumeln lassen und das „süße Leben“ mit allen Sinnen genießen: Dafür ist Italien wie geschaffen – genauer, die Toskana! Die toskanische Hauptstadt Florenz blickt auf eine lange Tradition in der Verarbeitung von Duft-Essenzen zurück. Wir machen eine Duftreise in die Hauptstadt der Parfumkunst.

Die Toskana vereint in sich die ganz besondere Schönheit Italiens: Hier erleben Reisende den Anblick malerischer Hügel und glitzernder Küstenlinien, den Geschmack köstlicher Weine und leckerer Pasta – und einen gänzlich unverwechselbaren Duft. Rosmarin, Basilikum, Thymian, Salbei und Koriander vereinen sich mit Lavendel, Oleander, Pfingstrose und Jasmin – und ergänzen sich auf einzigartige Weise mit Ginster, Heidekrautgewächsen, Pinien, Zypressen und Zeder. So widersprüchlich diese Nuancen zunächst klingen: Sie prägen sich tief in das Geruchsgedächtnis ein und verbinden sich mit Urlaubs-Emotionen. Noch nach Jahren lassen diese Düfte die Erinnerung an mediterranes Klima, kulinarische Genüsse und kulturelle Erlebnisse lebendig werden.

Auf den Spuren der regionalen Tradition wandelt die Klosterapotheke Santa Maria Novella in Florenz: Sie empfängt den Gast mit luxuriösen Stuckdecken, antiken Fußböden, prachtvollen Fresken, einer beeindruckenden Kapellenkuppel und wunderschönen Apothekerschränken. Dominikanermönche stellten hier bereits im 13. Jahrhundert ihre heilsamen Tinkturen aus dem klösterlichen Kräutergarten her. Ihre einzigartigen Rezepturen aus der regionalen Botanik, gänzlich ohne künstliche Inhaltsstoffe, sind heute noch genauso begehrt wie vor rund 400 Jahren. Das reiche Angebot aus selbst entwickelten Naturarzneien ergänzte bereits damals ein Duftwasser aus destillierten mediterranen Blumen und Kräutern. Es wirkte desinfizierend, war wohlduftend und wurde – im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten auf Ölbasis – nicht ranzig. Dieses Erfolgsrezept sprach sich herum: So wurden die Mönche beispielsweise beauftragt, für die Vermählung von Katharina von Medici mit Heinrich von Orléans im Oktober 1533 ein Hochzeitsparfüm zu entwickeln. Es basierte auf dem Duft von Bergamotte und ist auch heute noch erhältlich. Das Medici-Parfum machte die Florentiner Klosterapotheke auch am französischen Königshof bekannt und ermöglichte damit die Gründung des ersten öffentlichen Klostershops im Jahre 1612. Auch beim europäischen Adel waren die Düfte aus Florenz beliebt. Bis heute dürfte die Via Della Scala 16 wohl die einzige Parfümerie sein, die auf rund 400 Jahre Verkaufserfahrung zurückblicken kann.

Im „The Mall“ Einkaufszentrum sowie in den Straßen der berühmten Altstadt – beispielsweise der Via Tornaboundi – finden sich dagegen begehrte Düfte renommierter internationaler Designer. Darunter Tom Ford, der bei der Entwicklung seiner erfolgreichen Düfte auf eigene Duftemotionen zurückgreift – so etwa auf den charakteristischen Duft italienischer Zypressen. Das dürfte kein Zufall sein, schließlich war der Top-Designer bis 2005 als Kreativdirektor der italienischen Kultmarke Gucci tätig. Er gründete anschließend sein eigenes Label, das heute für eine einzigartige Harmonie moderner und klassischer Eleganz steht. Wer mutig ist, tut es dem Designer nach und trägt einfach verschiedene seiner glamourösen Düfte übereinander – und kreiert damit sein ganz individuelles Dufterlebnis.

Wer sich dagegen bei der Kreation des eigenen Duftes auf professionellen Rat verlassen will, wird in der berühmten Traditions-Parfümerie „Aqua Flor“ fündig: Hier kann jeder Interessierte sein eigenes Parfum nach persönlichen Gerucherinnerungen kreieren lassen. Die erfahrenen Parfumeure vereinen die ganz individuelle Wunsch-Essenz gekonnt in einem luxuriösen Flakon. Doch auch, wer einfach nur ein bisschen bummeln und stöbern möchte, sollte den heiligen Hallen von „Aqua Flor“ einen kleinen Besuch abstatten: Die antiken Apothekerschränke des Traditionshauses sind mit unzähligen kostbaren Duftbehältnissen gefüllt, die zum Schnuppern und Genießen einladen.

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