Im Jahr 2020 findet das Ljubljana Festival bereits zum achtundsechzigsten Mal statt. Trotz der momentanen Situation und den damit verbundenen Maßnahmen sind das Hauptkriterium wie immer Exzellenz und Kreativität sowie der Wunsch, dem Publikum die beste Kunsterfahrung bieten zu können.Von Juli bis September reihen sich Ballett- und Opernvorstellungen, Musicals, Kammer- und Symphoniekonzerte, Theateraufführungen, die Internationale Künstlerkolonie, das Ljubljana Festival auf der Ljubljanica, Meisterkurse sowie Kinder- und Jugendworkshops. Höhepunkte des diesjährigen Festivals sind die Auftritte der Opernsängerin Ana Netrebko, die gemeinsam mit dem Tenor Yusif Eyvazov zeitlose Opernarien singen wird, und das Konzert des hervorragenden Tenors Jonas Kaufmann. Auf dem Programm stehen aber auch zahlreiche außergewöhnliche slowenische und internationale Gastauftritte, wie das Konzert, das dem Jubiläum von Mojmir Sepe gewidmet ist, die Operetten Gräfin Mariza und die Fledermaus, das Ballett-Triptychon Falling Angels, die Oper Nabucco, das Ensemble I Solisti Veneti, die Violinistin Lana Trotovšek und die Pianistin Maria Canyigueral mit der Darbietung aller Violinsonaten Beethovens, die Uraufführung des Musicals Lolita aus Sankt Petersburg, der Abschluss des Festivals mit dem berühmten Philharmonischen Orchester der Mailänder Scala und noch vieles mehr. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir in diesem Jahr dem 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven.

PROGRAMM

Beethovens Sonaten für Violine und Klavier mit Lana Trotovšek

Am 3., 4. und 6. August wird die slowenische Violinistin Lana Trotovšek in Begleitung der spanischen Pianistin Marie Canyigueral Beethovens Sonaten für Violine und Klavier im Rittersaal in Križanke zum Besten geben. Seit ihrem Debüt mit dem Orchester des Marientheaters unter der Leitung von Waleri Gergijew im Jahre 2012 ist Lana Trotovšek mit vielen weiteren weltberühmten Orchestern aufgetreten: mit Yuri Baschmet und den Moskauer Solisten, mit dem London Symphony Orchestra unter der Leitung von Gianandrea Noseda, mit Sergei Krylow und dem Litauischen Kammerorchester, mit dem Triester Operntheater Giuseppe Verdi unter der Leitung von Tan Dun, mit dem Orchester der Slowenischen Philharmonie, mit dem Shanghai Philharmonic Orchestra, mit dem Sarajevo Philharmonic Orchestra, mit der Zagreber Philharmonie, mit dem Symphonieorchester des Slowenischen Rundfunks und mit dem Chamber Orchestra of Philadelphia. Im Jahre 2009 postgraduierte sie am Trinity Laban Conservatoire of Music and Dance in London, wo sie auch unterrichtet. Sie spielt auf einer Violine von Pietro Antonio dalla Costa aus dem Jahre 1750.

(03., 04. und 06.08., Rittersaal, Križanke)

Zeitlose Opernarien

Die bezaubernde und charismatische Sopranistin Ana Netrebko mit bewundernswerten Stimmfähigkeiten und aufregendem Ton sowie einem erstklassigen Schauspieltalent ist ein Opernidol. Ihr vielfältiges Repertoire umfasst in letzter Zeit am häufigsten Werke der Spätromantik. Die vokale Reife ermöglicht ihr die Darbietung von Hauptrollen in den Opern von Verdi und Wagner. Der aserbaidschanische Tenor Yusif Eyvazov begann seine internationale Karriere mit dem glanzvollen Auftritt in der Rolle des Turidds in Mascagnis Cavalleria rusticana in Mailand. Danach reihte er einen Erfolg nach dem anderen in der ganzen Welt und wurde zu einem der begehrtesten Tenöre seiner Generation. Das unzertrennliche Paar sowohl im Leben als auch auf der Bühne arbeitet schon seit der ersten gemeinsamen Aufführung von Puccinis Oper Manon Lescaut in Rom 2014 künstlerisch zusammen. Das ikonische Opernduo wird begleitet vom Orchester der Slowenischen Philharmonie unter der Leitung von Michelangelo Mazza. Der italienische Operndirigent debütierte mit Verdis Falstaff im Theatro Municipal São Paulo in Brasilien und machte sich schon bald einen internationalen Namen, den er weiterhin mit der regelmäßigen Zusammenarbeit mit dem Opern-Starduo und mit der Leitung von Orchestren auf Galakonzerten in den prestigeträchtigsten Konzerthallen auf der ganzen Welt festigt.

(18.08., Kongressplatz)

Jonas Kaufmann – ein vielseitiger Künstler

Jonas Kaufmann, ein vielseitiger Künstler, der sein Publikum mit der Intensität, Emotionalität und Schönheit seines Gesangs begeistert, wird im August auf dem 68. Ljubljana Festival auftreten. Der durchdringende Klang des Tenors wird vom Symphonieorchester des Slowenischen Rundfunks unter dem Taktstock von Jochen Rieder begleitet. Kaufmann tritt regelmäßig mit führenden Dirigenten und Orchestern, wie den Berliner Philharmonikern und Sir Simon Rattle, auf den Bühnen dieser Welt auf. Sein Opus umfasst eine umfangreiche Diskographie. Zum Gastrepertoire des Sängers gehören einige der größten Tenorrollen. Seine Karriere begann am Saarländischen Staatstheater in Saarbrücken. Bald darauf folgten Gastauftritte in verschiedenen deutschen Opernhäusern, darunter in Stuttgart und Hamburg, und dann begann er die Opernbühnen dieser Welt zu erobern. Bei den berühmten Salzburger Festspielen debütierte er im Jahre 1999 in Busonis Doktor Faust. In der Saison 2006/2007 begeisterte er in Covent Garden als Don José in Bizets Carmen, im darauffolgenden Jahr als Alfredo in Verdis La Traviata und 2010 in Wagners Lohengrin bei der Eröffnung der Bayreuther Festspiele.

(26.08., Kongressplatz)

We love Mozart und Gesang der Vergänglichkeit

Im Beethoven-Jahr wird die raffinierte und elegante Musik Mozarts eine willkommene Konzertbereicherung sein. Mate Bekavac widmet sich seiner Musik schon seit seinem 13. Lebensjahr. Der slowenische Klarinettist, Dirigent, künstlerische Leiter und Komponist, international anerkannte Konzertinterpret, bekannt als Paganini der Klarinette, studierte in Graz bei Béla Kovács und magistrierte im zarten Altern von 18 Jahren am Mozarteum in Salzburg. Häufig tritt er auf Konzertbühnen mit der bekanntesten slowenischen Flötistin Irena Grafenauer auf, die 2005 den Prešeren-Preis für ihr Lebenswerk erhielt und die als Solistin mit den besten Orchestern und Dirigenten der heutigen Zeit auftritt. Ihre außergewöhnliche Diskographie umfasst auch die Zusammenarbeit beim umfangreichen Musik- und Verlagsprojekt bei der Ausgabe der Gesammelten Werke Mozarts auf 180 CDs.

Die Klarinette von Mate Bekavac werden wir beim diesjährigen Festival zweimal zu hören bekommen, beim Mozart-Abend mit der Flötistin Irena Grafenauer mit dem Orchester der Slowenischen Philharmonie und beim Gesang der Vergänglichkeit in Begleitung des Kammerorchesters der Slowenischen Philharmonie.

(15.07., Kongressplatz; 17.07., Atrium, Križanke)

Belebung der Barockmusik und des Musikerbes

Das Barockensemble Wrocław vereint angesehene Musiker und Sänger aus Polen, Tschechien, Großbritannien und Deutschland, die anerkannte Spezialisten für die historische Aufführungspraxis sind. Das seit 2012 bestehende Ensemble fokussiert sich auf die Erforschung weniger bekannter Repertoires aus Mitteleuropa. Ein großes Augenmerk geht der Belebung der Renaissance- und Barockmusik Polens. Das Ensemble kann sich mit einer beeindruckenden Diskographie mit vielen preisgekrönten Alben rühmen. Das Königsschloss in Warschau und die Königskathedrale in Krakau waren und sind für Polen seit Jahrhunderten von immenser Bedeutung, wurde dort doch das Schicksal des Volkes entschieden und die politische, nationale und kulturelle Identität des Landes aufgebaut. Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert war im Königsschloss der Sitz der Polnisch-Litauischen Union. Irgendwann in der Mitte dieser Epoche, im 17. Jahrhundert, schrieben für diese beiden Institutionen Grzegorz Gerwazy Gorczycki, Barłomiej Pękiel, Marcin Mielczewski und Stanisław Sylwester Szarzyński Musik. Das Barockensemble Wrocław tritt am häufigsten in Polen auf, gastiert aber auch auf internationalen Musikfestivals, wie beispielsweise Wratislavia Cantans, Usedomer Musik und Ohrider Sommer.

(14.07., Pfarrkirche St. Jakob, Križanke)

Die vier Jahreszeiten mit den I Solisti Veneti

Am 23. Juli steht der Auftritt der I Solisti Veneti auf dem Programm. Das Orchester wurde 1959 von Claudio Scimone gegründet und bis zu dessen Tode im Jahre 2018 vom ihm geleitet. Die I Solisti Veneti blicken auf nahezu 6000 Konzerte in mehr als 90 Ländern zurück. Das Orchester gastiert regelmäßig bei internationalen Musikfestivals, kann eine Diskographie von mehr als 350 Titeln nennen und ist kulturell und werbetechnisch stark engagiert. Sie können zahlreiche Musikpreise ihr Eigen nennen und arbeiteten mit einigen der bedeutendsten Sänger und Solisten unserer Zeit zusammen. Darunter finden sich große Namen, wie Plácido Domingo, José Carreras und June Anderson wieder. Das Orchester hat Hunderten von unbekannten Werken des italienischen Musikerbes neues Leben eingehaucht. Viele angesehene Komponisten unserer Zeit, wie Ennio Morricone, widmeten ihnen Musikwerke. Bei ihrem Konzert in Ljubljana werden die I Solisti Veneti das klassische barocke Meisterwerk, Vivaldis Vier Jahreszeiten, sowie Werke von T. Albinoni, G. Bottesini, A. Bazzini und A. Pasculli zum Besten geben.

(23.07., Atrium, Križanke)

 

Der Klang von Flöte, Cembalo und Viola da gamba

In der Slowenischen Philharmonie wird am 28. Juli der Flötist Boris Bizjak auftreten. Der slowenische Musiker, der in London lebt und arbeitet, graduierte an der Musikakademie Ljubljana bei Prof. Fedja Rupel und studierte gleichzeitig bei Marzio Conti in Florenz. Als Solist und Kammermusiker konzertierte der mehrfach preisgekrönte Flötist bereits in ganz Europa, Japan, China und den USA. Im Jahre 2016 gab er eine Reihe von Konzerten zum 25. Jahrestag der Unabhängigkeit der Republik Slowenien. Bizjak ist auch im Bereich Soundengineering bei Hedone Records tätig. 2016 wurde seine CD mit Aufnahmen der Geigerin Lana Trotovšek und der Pianistin Maria Canyigueral bei den Global Music Awards mit der Silbermedaille ausgezeichnet. Boris Bizjak ist Gründer des biennal stattfindenden internationalen Kammermusikfestivals Blackheath und des Ensembles London Brandenburg Soloists, mit dem er regelmäßig in Großbritannien auftritt. Begleitet wird er von zwei bekannten slowenischen Interpreten barocker Musik, die sich bei Konzerten in der ganzen Welt einen Namen gemacht haben. Tomaž Sevšek Šramel ist Dozent für Orgel an der Musikakademie Ljubljana und arbeitet als Organist und Cembalist mit dem Orchester der Slowenischen Philharmonie und des Slowenischen Rundfunks sowie mit Chören, Kammerensembles und bekannten Solisten zusammen. Domen Marinčič, langjähriger künstlerischer Leiter des Festivals Radovljica, wirkte bei den Aufnahmen von 35 CDs für bekannte Musikverlage mit. Als Gastdozent hält er Vorlesungen an europäischen Hochschulen und Vorträge bei internationalen Musiksymposien. Für Aufführungen und Notenausgaben rekonstruierte er verlorene Stimmen unvollständig erhaltener Werke aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

(28.07., Atrium, Križanke)

 

Weltpremiere des österreichisch-russischen Ensembles

Das Gustav Mahler Ensemble wurde 1996 von der Violinistin Elena Denisova und dem Pianisten Aleksej Kornienko gegründet. Es besteht aus einem Kreis erlesener Solisten, die es verstehen, mit ihren perfekten Darbietungen einzigartige Musikerlebnisse zu schaffen. Das Ensemble ist regelmäßig beim Wörthersee Classics Festival zu Gast und tritt häufig im Konzerthaus in Wien sowie auf anderen Konzertbühnen der Stadt auf. Ein großer Erfolg waren ihre Auftritte in den Niederlanden, in Finnland und Italien. Elena Denisova ist eine international anerkannte Violinistin, die sich auch an die anspruchsvollsten Musikwerke herantraut. Sie ist die Gründerin der Gustav Mahler Vereinigung und des Gustav Mahler Ensembles, der Classic Etcetera und künstlerische Direktorin des Klassikfestivals Wörthersee, aktives Jury-Mitglied bei internationalen Violinwettbewerben und gibt auch Meisterkurse.

Die Aufmerksamkeit in diesem Programm fällt auf das Konzert für Violine Nr. 2 von Ludwig van Beethoven, das der Komponist Franz Hummel auf Initiative von Elena Denisova geschrieben hat, und zwar als Transkription des Konzerts für Klavier Nr. 2 op. 19.

(21.07., Rittersaal, Križanke)

Sänfte Klavierklänge unter den Fingern einer russischen Pianistin

Die Pianistin Violetta Egorova trat in ihrer Musikkarriere auf zahlreichen internationalen Bühnen auf. Sie ist regelmäßig Gast bei Orchestern, wie beispielsweise bei dem Staatlichen Akademischen Orchester Russlands, dem Staatlichen Symphonieorchester Moskau, dem Kammerorchester Kremlin, dem Orchester des internationalen Festivals Pianistini, dem Philharmonischen Orchester George Enescu, und wurde auch für den ICMA 2015, den internationalen Preis für klassische Musik, nominiert. Sie ist Botschafterin für die Bewahrung und die Achtung der russischen klassischen Musiktradition, Professorin an der Sizilianischen Klavierakademie und an der Rachmaninow-Akademie, Gründerin des Sergej Rachmaninow International Awards und künstlerische Direktorin des Moskauer internationalen Festivals ConcertFest.

(24.07., Rittersaal, Križanke)

 

Goffriller Ensemble

Das Goffriller Ensemble wurde vom Pianisten Epifanio Comis gegründet, der Konzertinterpreten zum Mitwirken eingeladen hatte, die als Dozenten am Musikinstitut Vincenzo Bellini in Catania (Sizilien) angestellt sind. Das Ensemble verknüpft die Kunst echter Streichlyrizität und des Klavier-Farbspektrums in eine ideale Partnerschaft, die in Gänze alle feinsten Klangeigentümlichkeiten einer solchen Kammerbesetzung zum Ausdruck bringt. Die Exzellenz des Ensembles gewährleisten erfahrene Musiker, Preisträger bei heimischen und internationalen Wettbewerben, die von den renommiertesten Akademien Italiens kommen, wie beispielsweise der Accademia Musicale Chigiana in Siena und der Internationalen Musikakademie in Cremona, und die alle aktive Mitglieder in den bedeutendsten Symphonie- und Kammerensembles Italiens sind. Die Flexibilität der Kammerbesetzung ermöglicht das Vortragen vielfältiger Repertoires vom Barock bis zur Musik des 20. Jahrhunderts. Das Ensemble pflegt enge Kontakte zu zeitgenössischen Komponisten, die es zum Schreiben neuer, ihnen gewidmeter Kompositionen anregt, die für seinen unverkennbaren subtil-poetischen Interpretationston geschaffen sind.

(31.07., Rittersaal, Križanke)

Kammerorchester Anima Musicae

Das Kammerorchester Anima Musicae wurde 2010 von den besten Studenten der Musikakademie Budapest auf Initiative des Violinisten László G. Horváth gegründet. Das Orchester tritt regelmäßig auf den angesehensten Bühnen auf, wie beispielsweise die Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest, das Schloss Festetics, das Konzerthaus Musikverein in Wien und der Marmorsaal des Ungarischen Rundfunks. Es erhielt zahlreiche Auszeichnungen und wurde international vor allem mit dem Sieg beim 5. internationalen Musikfestival Summa Cum Laude im Musikverein Wien 2011 und danach mit den Siegen bei nationalen Musikwettbewerben in Ungarn und in Paris bekannt. Anima Musicae ist das erste Musikensemble, das 2012 den ungarischen Musikpreis Junior Prima erhielt. Ein Jahr später begannen sie damit, einen Workshop für zeitgenössische Musik zu organisieren, der mittels interessanter Debatten dem Publikum den Zugang zur Musik und deren Verständlichkeit ermöglicht sowie die Beliebtheit dieses Genres steigert.

(05.08., Rittersaal, Križanke)

Aïghetta Quartett

Das Aïghetta Quartett begeistert schon seit mehr als drei Jahrzehnten die Zuhörer auf der ganzen Welt mit E-Musik-Konzerten, die alle Genregrenzen überschreiten. Das Quartett debütierte 1982 mit der Aufführung des Concierto Andaluz für vier Gitarren von Joaquin Rodrigo mit dem Philharmonischen Orchester aus Monte Carlo. Es folgte eine umfangreiche Europa-Tournee, auf der sie ihren Namen als Ensemble mit innovativem, bezauberndem Klang und ausgewogenen Stimmen, die wie eine klingen, festigten. Diesmal werden sie sich mit einem Programm vorstellen, das Kompositionen weniger bekannter Autoren, wie des italienischen Komponisten aus dem frühen 19. Jahrhundert Ferdinand Carulli, sowie Interpretationen von Ausschnitten aus Rossinis Barbier von Sevilla, Bizets Carmen und aus der Dreigroschenoper des Avantgardisten Kurt Weill umfasst. Ergänzt wird das Programm mit originellen Kompositionen, die von den Mitgliedern des Aϊghetta Quartetts in den letzten Jahren immer öfter geschaffen und vom Jazz, Flamenco, Tango und klassischer Musik beeinflusst werden.

(10.08., Rittersaal, Križanke)

Duo Claripiano

Das Duo Claripiano besteht aus der Pianistin Tatjana Kaučič und dem Klarinettisten Dušan Sodja, die Liebe in der Musik und im Privatleben verbindet, was sich in ihren glanzvollen Ausführungen, voller Liebe und verinnerlichter Empfindung, zeigt. Die beiden Musiker, die bei der Slowenischen Philharmonie angestellt sind, gründeten Claripiano 1994 und konnten in der Heimat und im Ausland eine Reihe von viel beachteten Konzerten und erfolgreichen Projekten realisieren und so eine umfangreiche Diskographie schaffen, in der Werke slowenischer Komponisten hervortreten, mit denen sie auf der ganzen Welt auftreten. Von den slowenischen Komponisten erhielten sie den Namen Botschafter der slowenischen Musik. Sie machten ihr Diplom an der Musikakademie Ljubljana und ihren Magister an der Universität Mozarteum Salzburg. Eine ganz besondere Note zu ihrer Kunst fügten der Fagottist Božidar Tumpej, der Komponist Ivo Petrić und der Pianist Anthony Spiri an der Hochschule für Musik Köln hinzu. Die Klarinette und das Klavier werden zu diesem Anlass in zwei erstklassigen Schöpfungen von R. Schumann und A. Berg aus dem Grundrepertoire sowie dem Arrangement von Mahlers Orchesterliedern aus verschiedenen Opera zu hören sein, die eine ganz besondere Herausforderung für zwei Interpreten sind. Drei Kompositionen slowenischer Komponisten von drei Generationen von Lipovšek, Lebič und Vulc prägen die Exzellenz und die Zugehörigkeit zum Vokal, der diesmal der Klarinette überlassen wird.

(11.08., Rittersaal, Križanke)

Kontrabassist Božo Paradžik in Begleitung von Hansjacob Staemmler am Klavier

Božo Paradžik, geboren 1969 in Zagreb, legte sein Diplom an der Musikakademie Prag in der Klasse von Jiří Hudec ab. Seit 2000, als er seine Solo-Debüt-CD beim Musikverlag EMI herausbrachte, baute er sich eine beeindruckende Karriere als Solist auf und wurde einer der international angesehensten und gefragtesten Solo-Kontrabassisten. Als Kammermusiker arbeitet er mit den größten Instrumentalisten unserer Zeit zusammen, davor spielte er als Mitglied verschiedener Orchestren unter der Leitung der bedeutendsten Dirigenten. Sein außergewöhnliches Wissen gibt er auch an die jüngeren Generationen weiter. Seit 2010 ist er Dozent für Kontrabass an der Musikhochschule in Luzern und er lehrte auch an Musikakademien in Amsterdam, Detmold, Freiburg im Breisgau und Lausanne. Das breite Repertoire von Paradžik besteht vor allem aus Werken vom Frühklassizismus bis zur Spätromantik. Am Klavier wird er begleitet von Hansjacob Staemmler, der bereits als Student an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin als Pianist im Solistenensemble der Berliner Philharmoniker spielte. Sein Studium schloss er in Berlin unter der Betreuung von Georg Sava ab und vertiefte sein Können in Meisterkursen bei Daniel Barenboim und Menahem Pressler. Heute begleitet er zahlreiche bekannte Musiker und Solosänger auf der ganzen Welt.

(12.08., Rittersaal, Križanke)

Tartinis Noten und sanfte Geigentöne

Črtomir Šiškovič gilt als einer der besten Violinisten bei Aufführungen von Tartinis Werken und widmet sich seit mehr als 20 Jahren der Interpretation der Barockmusik und Schaffenskunst von Giuseppe Tartini und seiner Schüler. Er war einer der ersten Violinisten des bekannten slowenischen Streichquartetts Tartini, mit dem er für außergewöhnliche künstlerische Erfolge 2001 den Prešeren Foundation Award verliehen bekam. Er tritt als Solist auf, interpretiert Musik aus dem Barock bis hin zur zeitgenössischen Musik, mit Schwerpunkt auf der Musik von Komponisten aus dem slowenischen Küstenland Primorska. Schon viele Male war er auf dem Ljubljana Festival zu hören und wird auch in diesem Jahr, und zwar am 13. August, im Höllenhof von Križanke auftreten.

(13.08., Höllenhof, Križanke)

BALLETTMEISTERWERK

Die Weltspitze unter den Ballett-Choreographen

Das Ballett-Triptychon moderner Choreographien Falling Angels wird auf dem diesjährigen Festival auf der Bühne auf dem Kongressplatz von Tänzern des Slowenischen Nationaltheaters Maribor aufgeführt. Alle drei Choreographien – Falling Angels von Jiři Kylián, Handman von Edward Clug und Left Right Left Right von Alexander Ekman – gehören zum modernen Ballett und sind für das Niederländische Tanztheater (NDT) entstanden. Die Tänzer stehen vor der großen Herausforderung, den Plan aller drei Choreographien auszuführen, während die synchrone Zusammenarbeit ein außergewöhnliches Ergebnis erzielt – es sieht spielerisch aus, doch ist der Mechanismus, der die Vorstellung antreibt, perfektioniert und militärisch genau ausgefeilt. Der künstlerische Leiter des Balletts des Slowenischen Nationaltheaters Maribor, der slowenische Tänzer und Künstler mit rumänischen Wurzeln Edward Clug, entwickelt sich immer mehr zu einem der gefragtesten modernen Choreografen auf den prestigeträchtigen europäischen und internationalen Ballettbühnen und gehört zur Spitze der größten Choreografen und Balletttänzer der Welt. Auch seine Mariborer Vorstellungen – von „Tango“ bis „Peer Gynt“, von „Radio & Juliet“ bis „Posvetitev pomladi/The Rite of Spring“ – gastieren weltweit. Für seine künstlerischen Erfolge hat Edward Clug schon mehrere nationale und internationale Preise bekommen, unter anderem die slowenischen Kulturpreise Prešeren Foundation Award (2005) und Glazer Charter (2008).

(13.07., Kongressplatz)

Berühmte Verdi-Oper in Aufführung des Slowenischen Nationaltheaters Ljubljana

Die Oper Nabucco ist weltweit bekannt und beliebt. Der junge italienische Komponist Giuseppe Verdi erreichte mit seiner dritten Oper, die in der Mailänder Scala aufgeführt wurde, einen Triumph, mit dem er Weltruhm erlangte und sich in die Musikgeschichte einschrieb. Die Schönheit dieser Oper beruht auf expressiven Rezitativen, die in lyrische Arien und Ensembles übergehen. Eine besonders wichtige Rolle hat der Chor. Die Geschichte aus dem Alten Testament über die Befreiung der Hebräer aus dem babylonischen Sklaventum inspirierte Verdi so stark, dass er zum Text von Temistocle Solera ein perfektes Gleichnis und das damalige aktuelle Bild des Schicksals seines Volkes schuf, das für seine Befreiung vom Joch der Habsburger Monarchie kämpfte. Dies bewirkte, dass Verdi ungewollt (oder gewollt) zum Symbol des nationalen Erwachens und der Vereinigung wurde. Im Slowenischen Nationaltheater (SNG) – Oper und Ballett Ljubljana wurde die Oper Nabucco 1959 erstmals aufgeführt und dann erneut zum 100. Todestag des Komponisten im Jahr 2001.

(20.08., Kongressplatz)

RUSSISCHES MUSICAL KINEMATOGRAFISCHER DIMENSIONEN

Bereits das zweite Jahr in Folge präsentiert sich das Theater LDM Novaya scena dem Publikum des Ljubljana Festivals. Auf dem 67. Ljubljana Festival begeisterte es das Publikum mit den beiden Musicals Onegins Dämon sowie Der Meister und Margarita. Das Sankt Petersburger Theater zeichnet sich durch herausragende Darbietungen, ein perfektionistisches Kostüm- und Bühnenbild, vor allem aber durch 3D-Videoproduktionen aus, die dem Publikum neben dem Live-Geschehen auf der Bühne auch den Eindruck kinematografischer visueller Dimensionen vermitteln. Es handelt sich um eine sehr umfangreiche und komplexe Produktion, die auf gewisse Art und Weise die Tradition des russischen Theaters mit den Standards des Broadways verbindet. Am 24. und 25.08. steht das Musical Lolita auf dem Programm, das nach dem gleichnamigen Roman von Vladimir Nabokov, einer der aufregendsten Geschichten des 20. Jahrhunderts, entstanden ist. Nabokovs vielumstrittener Roman ist ohne Zweifel zu einem Klassiker der Weltliteraturgeschichte aufgestiegen. Der Roman, dessen Erstausgabe ins Jahr 1955 zurückreicht und jede Menge Staub aufwirbelte, wurde mehrfach verfilmt. Diesmal erlebt das Publikum die verführerische 13-jährige Lolita in einem „Horror“-Musical.

(24. und 25.08., Kulturhaus Cankarjev dom)

 

THEATERAUFFÜHRUNGEN AUS SLOWENISCHER PRODUKTION

Die Geisel nach dem Drama von Paul Claudel unter der Regie von Matjaž Berger

Paul Claudel war einer der bedeutendsten französischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Der Autor symbolistischer Dramen in Versen widmete sein Hauptaugenmerk den Fragen des Katholizismus, Exotismus und der Liebe. Jacques Lacan, ein französischer Psychiater und Psychoanalytiker des 20. Jahrhunderts, beeinflusste mit seinen Theorien und Ansichten die führenden französischen Intellektuellen der 1960er und 1970er Jahre. Die Aufführung des Anton-Podbevšek-Theaters verbindet Claudels Geisel und Lacans Kommentar zur Paul Claudels Coûfontaine-Trilogie (slowenische Übersetzung von Igor Lampret und Alenka Zupančič). Claudels Geisel ist ein Drama über das Paradox der erzwungenen Wahl, impliziert in ideologischen Trägern, dem Staat, der Kirche, dem Klassenkampf, der Liebe und dem Geld.

(10.07., Atrium, Križanke)

 

Livija Pandur setzt die Arbeit von Tomaž Pandur fort

Theaterliebhaber kommen am 27. August auf ihre Kosten, wenn das Marin-Držić-Theater aus Dubrovnik Euripides‘ Drama Alkestis unter der Regie von Livija Pandur zum Besten gibt. Das Werk gilt als die älteste erhaltene antike Tragödie des Dramatikers Euripides und behandelt zahlreiche aktuelle Themen, weshalb es weltweit vielfach zur Aufführung kommt. „Die Vorstellung erzählt von Verlust, Einsamkeit, von jenem Ruhm, der griechische Helden unsterblich macht, und für uns ist auch Alkestis unsterblich – gerade wegen ihrer Opferung“, erläutert Regisseurin Livija Pandur und betont dabei, wie erfolgreich die Zusammenarbeit mit der kroatischen Dramaturgin Lada Kaštelan verlaufen sei. In der Hauptrolle der Alkestis glänzt Katarina Stegnar, die unter anderem Mitglied des Ensembles des Slowenischen Jugendtheaters (Slovensko mladinsko gledališče) in Ljubljana ist. Laut Livija Pandur müssen sich im Theater alle Rollen ergänzen, weshalb sie ihre ständigen Theaterpartner, den Szenographen Sven Jonke, das Musikduett Silence (Boris Benko und Primož Hladnik) sowie den Fotografen Aljoša Rebolj zur Zusammenarbeit einlud.

(27.08., Atrium, Križanke)

Premieren auf dem diesjährigen Sommerfestival

Der aufregende Dramentext von Wajdi Mouawad Vögel wurde in der vergangenen Saison in der ganzen Welt berühmt, die Uraufführung erfolgt vom Mini Teater. Der kanadische Autor libanesischer Herkunft, der in Frankreich lebt, hebt in seiner Familiensaga über eine jüdische Familie mit interanationalen Wurzeln den Anderen als absolute Idee hervor. Aus den Tiefen der Geschichte erhebt sich die Figur des muslimischen Diplomaten, der gefangen und dem Papst als Geschenk ausgehändigt sowie zur Konvertierung zum Katholizismus gezwungen wird. Vögel ist ein Thriller, ein aktuelles politisches Rätsel und eine sehr emotionale Liebesgeschichte, die im metaphorischen Bild des Menschentums als Planeten mit allen Vögeln versucht, einen Schritt weiter zu gehen in der Befragung des Gewissens über die Kriegsschuldfrage. Ivica Buljan beschäftigt sich seit 1995 mit der Theaterregie und führt so in Slowenien, im Heimatland Kroatien und in zahlreichen europäischen Ländern Regie. Für sein Werk erhielt er mehrmals internationale Theaterauszeichnungen. Er gewann den Borštnik-Preis, den Prešeren Foundation Award und erhielt den Kreuzorden des französischen Ordens der Künste und der Literatur. Seit 2019 ist er Direktor am Kroatischen Nationaltheater in Zagreb.

(02.09., Atrium, Križanke)

Schon fast drei Jahrzehnte Gast beim Ljubljana Festival

Die samtene Stimme von Vlado Kreslin und seine immense Poetik kreieren schon seit mehreren Jahrzehnten eine ganz besondere Musikgeschichte mit ausverkauften Konzerten und einer großen Anzahl an Fans aller Altersgruppen. Die Weichheit, eingefangen in der Melodie, und die zeitlosen Botschaften über Lebensweisheiten, welche die Musik von Vlado Kreslin kennzeichnen, umfassen eine beneidenswerte Diskographie mit einer langen Liste an Hits. Obwohl er aus der Rockszene kommt, aus den Gruppen Horizont und Martin Krpan, mit denen er sich in seiner Jugend einen Namen machte, kam sein Talent im persönlichen Bekenntnis-Genre, in der Belebung der traditionellen Volksmusik am Schnittpunkt mit dem Liedermachertum und dem Chanson, am stärksten zum Vorschein. In seiner langjährigen Musikkarriere trat er mit zahlreichen slowenischen und internationalen Musikern auf, am häufigsten ist er jedoch in Begleitung der Gruppen Mali bogovi und Beltinška banda zu hören. Die Musik von Vlado Kreslin kann Tränen der Rührung auf das Gesicht zaubern, Verliebte in eine Umarmung drücken und die Zuhörer auf die Tanzfläche rufen. Vlado Kreslin singt auch in diesem Jahr in Križanke zum Abschied vom Sommer.

(28.08., Atrium, Križanke)

Die Sommernacht wird diesmal den Herbst einläuten

Die traditionelle Sommernacht ist dem zentralen Träger der Entstehung und Entwicklung der slowenischen Unterhaltungs- und Jazzmusik gewidmet – einst das Tanzorchester des Radios Ljubljana, heute unter dem Namen Big Band RTV Slovenija bekannt. Die festen künstlerischen Fundamente der Band schuf der erste Dirigent und profilierte Komponist von Filmmusik Bojan Adamič. Die musikalische Erfolgsgeschichte schrieb das Orchester seit den 1960er Jahren mit dem außergewöhnlichen Dirigenten Jože Privšek, der der Big Band mehr als 4000 Arrangements und Kompositionen widmete. Das künstlerische Reifen setzte sich ab 1992 fort, als der aktuelle Dirigent Lojze Kranjčan die Führung der Big Band übernahm. In den letzten zwei Jahrzehnten füllen die Reihen des Orchesters junge Musiker, die an bekannten Jazzakademien im Ausland studierten und Virtuosen auf ihren Instrumenten sind. Der Künstlerrat der Band besteht aus Adam Klemm, Aleš Suša und Blaž Trček, die alle aktive Mitglieder sind. Der zweite ständige Dirigent ist Tadej Tomšič. Mit der Big Band RTV Slovenija werden sich die angesehensten Musiker, Sänger und Dirigenten vorstellen, die von diesem einzigartigen professionellen Ensemble in Slowenien geprägt worden sind.

(03.09., Kongressplatz)

Mehr Informationen unter ljubljanafestival.si